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Checkliste für barrierefreie PDF's
Die Inhalte dieser Checkliste stammen aus dem Matterhorn-Protokoll (Version 1.02, 2016), einem Dokument, das Richtlinien zur barrierefreien Gestaltung von PDF-Dokumenten definiert. Es umfasst 31 Prüfkriterien und dient dazu, die Barrierefreiheit eines Dokuments zu prüfen und sicherzustellen, dass es den Anforderungen der WCAG entspricht. Das Matterhorn-Protokoll ist auf der Website der PDF Association verfügbar: Matterhorn-Protokoll (PDF/UA).
Getaggter realer Inhalt
Alle Inhalte des Dokuments sind mit unsichtbaren Tags versehen, die ihre Rolle und Struktur kennzeichnen (z. B. Überschrift, Absatz, Liste, Bild).
Rollenzuordnung
Nicht-vordefinierte Tags (z. B. H7 oder tiefer) müssen korrekt einem vordefinierten Strukturtyp zugeordnet sein; die Zuordnung darf weder semantisch falsch noch zirkulär sein.
Flimmer-, Blink- oder Blitzeffekte
Inhalte oder Aktionen, die flimmern, blinken oder blitzen, sind für lichtempfindliche Nutzer problematisch.
Farbe und Kontraste
Informationen dürfen nicht nur durch Farbe, Kontrast oder Layout vermittelt werden. Die Bedeutung muss zusätzlich barrierefrei getaggt sein, damit sie z. B. von Screenreadern erkannt werden kann.
Töne
Medieninhalte mit Ton müssen auch in einer anderen Form zugänglich sein, z. B. durch ein Transkript oder visuelle Hinweise. Ton allein reicht nicht aus, da Menschen mit Hörbeeinträchtigungen die Informationen sonst nicht erhalten.
Metadaten
Das PDF muss einen XMP-Metadatenstrom enthalten, der korrekt als PDF/UA gekennzeichnet ist und einen eindeutigen Titel (dc:title) aufweist, damit das Dokument eindeutig identifizierbar ist.
Dictionary
Im Dokument muss im ViewerPreferences-Dictionary der Schlüssel DisplayDocTitle vorhanden sein und auf true gesetzt sein, damit der Dokumenttitel im PDF-Viewer richtig angezeigt wird.
OCR-Validierung
Text, der mittels Optical Character Recognition (OCR) erstellt wurde, muss korrekt sein und richtig getaggt werden, damit er von Hilfsmitteln wie Screenreadern gelesen werden kann.
Geeignete Tags
Die verwendeten Strukturelemente müssen semantisch korrekt sein, logisch verschachtelt und in richtiger Lesereihenfolge angeordnet werden, z. B. Überschriften, Tabellen, Listen oder Inhaltsverzeichnisse.
Zeichencodierungen
Jeder Zeichen-Code muss eine Unicode-Entsprechung haben, damit Inhalte korrekt dargestellt und von Screenreadern gelesen werden können.
Ausgewiesene natürliche Sprache
Die Sprache von Texten, Alternativtexten, Lesezeichen, Annotationen, Formularfeldern und Metadaten muss eindeutig angegeben sein, damit Screenreader die Inhalte korrekt vorlesen können.
Streckbare Zeichen
Zeichen, die gedehnt oder gestreckt werden können, müssen korrekt getaggt sein, damit sie für Screenreader und assistive Technologien verständlich bleiben.
Grafiken
Alle wichtigen Grafiken als Figure taggen, Beschriftungen als Caption. Alternativtext für den Inhalt und Zweck bereitstellen; Ersatztext nur, wenn kein Alt-Text möglich. Gruppierte Elemente korrekt als Einheit taggen.
Überschriften
Überschriften müssen korrekt getaggt sein, hierarchisch aufeinander folgen (H1 → H2 → H3 usw.) und bei nummerierten Überschriften arabische Ziffern verwenden. Pro Tag darf nur eine Überschrift vorhanden sein, und es dürfen nicht H- und H#‑Tags gemischt werden.
Tabellen
Tabellen müssen korrekt strukturiert und getaggt sein. Überschriftenzellen (TH) brauchen Scope-Attribute, Zellen müssen logisch Zeilen und Spalten zugeordnet sein, und Tabellen dürfen nur bei tatsächlicher Spalten-Zeilen-Struktur verwendet werden.
Listen
Alle Listen müssen korrekt getaggt sein; nummerierte Listen benötigen ein ListNumbering-Attribut mit gültigem Wert (z. B. Decimal, UpperRoman), damit die Reihenfolge und Struktur erkennbar sind.
Mathematische Ausdrücke
Alle mathematischen Inhalte müssen als „Formula" getaggt sein, ein Alt-Attribut enthalten und korrekt Unicode-zugeordnet werden, damit sie barrierefrei zugänglich sind.
Kopfzeile und Fußzeile auf Seiten
Kopf- und Fußzeilen müssen als Artefakte markiert und dabei korrekt als Subtyp „Header" bzw. „Footer" klassifiziert sein, damit sie von Screenreadern ignoriert werden.
Fußnoten/Endnoten und Verweise
Fuß- und Endnoten sowie Verweise müssen korrekt getaggt sein, und IDs der Note-Tags müssen vorhanden und eindeutig sein.
Optional Content
In den Optional Content Configuration Dictionaries darf der Name-Eintrag nicht fehlen oder leer sein, und der AS-Schlüssel muss korrekt verwendet werden, damit optionale Inhalte eindeutig identifizierbar und steuerbar sind.
Eingebettete Dateien
Jede eingebettete Datei muss korrekt referenziert sein. Das Datei-Spezifikations-Dictionary muss die Schlüssel F (Dateiname) und UF (Unicode-Dateiname) enthalten, damit die Datei eindeutig identifizierbar und zugänglich ist.
Lesereihenfolge Artikelabschnitte
Die Inhalte eines Artikels müssen so strukturiert sein, dass sie in logischer Reihenfolge vorgelesen werden.
Digitale Signaturen
Für digitale Signaturen sind keine speziellen Prüfungen erforderlich, jedoch gelten die allgemeinen Anforderungen, z. B. an Formularfelder, weiterhin.
Nicht interaktive Formularfelder
Alle nicht-interaktiven Formularfelder müssen mit dem Attribut PrintField getaggt sein, damit sie korrekt als Druckinhalt erkannt werden.
XFA
PDF-Dateien dürfen kein dynamicRender-Element mit dem Wert „required" enthalten, da dies die barrierefreie Darstellung der Inhalte verhindern kann.
Sicherheit
Die PDF-Datei darf keine unvollständig oder unsicher verschlüsselten Inhalte enthalten. Verschlüsselte Dateien müssen korrekt konfigurierte Schlüssel enthalten.
Navigation
Die Navigation muss logisch und konsistent sein. Spezielle Prüfungen sind nicht erforderlich, solange alle Navigationspunkte korrekt mit semantischen Strukturen ausgezeichnet sind.
Annotationen
Annotationen (z. B. Kommentare, Formularfelder, Links) müssen korrekt getaggt, in der Lesereihenfolge positioniert und mit alternativen Beschreibungen versehen sein.
Aktionen
Interaktive Aktionen oder Skripte dürfen keine zeitlich begrenzten Tasteneingaben erfordern.
XObjects
Wiederverwendbare Inhalte wie Bilder oder Formulare müssen korrekt markiert sein. Form XObjects, die Inhalts-IDs enthalten, dürfen nicht mehrfach verwendet werden, damit Screenreader den Inhalt richtig erkennen.
Schriften
Alle im PDF verwendeten Schriften müssen korrekt eingebettet, vollständig und standardkonform sein.