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Was ist die EN 301 549?
Die EN 301 549: Die zentrale europäische Norm für digitale Barrierefreiheit
Einführung zur EN 301 549
Die EN 301 549 ist die zentrale europäische Norm für digitale Barrierefreiheit. Sie legt verbindlich fest, wie Informations- und Kommunikationstechnologien – darunter Websites, Software, mobile Anwendungen, elektronische Dokumente und Geräte – gestaltet sein müssen, damit sie für alle Menschen zugänglich sind, auch für Menschen mit Behinderungen.
Der vollständige Titel lautet: „Accessibility requirements for ICT products and services" (Barrierefreiheitsanforderungen für IKT-Produkte und -Dienste). Die aktuelle Fassung Version 3.2.1 wurde am im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Sie ist seither in allen Mitgliedstaaten die maßgebliche Referenz für digitale Barrierefreiheit im öffentlichen Bereich.
Warum ist die Norm wichtig?
Die EN 301 549 ist ein rechtlich relevanter Standard im europäischen Binnenmarkt. Sie dient als Grundlage für die EU-Richtlinie 2016/2102, die den barrierefreien Zugang zu digitalen Angeboten öffentlicher Stellen regelt. In Deutschland verweist die BITV 2.0 (Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung) direkt auf diese Norm.
Damit ist klar: Öffentliche Einrichtungen und Behörden sind verpflichtet, die Anforderungen der EN 301 549 einzuhalten.
Welche Bereiche deckt die Norm ab?
Die EN 301 549 ist umfassender als reine Webstandards. Sie gilt unter anderem für:
- Websites und mobile Anwendungen
- Software und Betriebssysteme
- Elektronische Dokumente
- Videoinhalte (zum Beispiel Untertitel, Audiodeskription)
- Zwei-Wege-Kommunikation (zum Beispiel Texttelefonie, Echtzeit-Kommunikation)
- Barrierefreie Dokumentation und Support
- Geräte wie Selbstbedienungsterminals, Geldautomaten oder E-Book-Reader